Ethik/Philosophie

Aktuelle Nachrichten

Am Mittwoch, 11. November 2020 wurde der Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" an das SGS vergeben.

 

Überreicht wurde die Auszeichnung…

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Ansprechpartner für die Fächer Ethik und Philosophie

Fachvorsitzender für die Fächer Ethik und Philosophie ist Herr Mateas.

 

Lehrerinnen und Lehrer für Ethik und Philosophie am SGS

  • Herr Baues
  • Herr Kleuser
  • Herr Mateas
  • Frau Weber

 

 

Informationen zum Fach „Allgemeine Ethik“

Im Alltag finden wir uns ständig in Entscheidungssituationen: von einfachen Fragen wie, „Wer soll den Abwasch übernehmen?“ oder „Wer darf die Geburtstagstorte anschneiden?“ über schwierigere Probleme wie „Darf man Tiere töten und essen?“ oder „Bin ich für die Natur und das Überleben folgender Generationen verantwortlich?“ bis zu grundsätzlichen Frage wie „Darf man lügen?“ oder „Hat das Leben einen tieferen Sinn?“,  so  letztlich auch bei  aktuellen Herausforderungen wie „Sind wirtschaftliche Interessen wichtiger als die Gesundheit?“ oder „Welcher Corona-Patient bekommt im Ernstfall das letzte Atmungsgerät zugeteilt?“ - immer sehen wir uns selbst und die Gesellschaft in der Verantwortung. Also  müssen wir als mündige Bürger unsere Entscheidungen gewissenhaft prüfen.

 

Das Fach „Allgemeine Ethik“ macht die Vielfaltgelebter Interessen, moralischer Normen und Werte zum Ausgangspunkt einer lebendigen Auseinandersetzung.

 

Die Themen des Ethikunterrichts sind vielfältig und auf die Lebenswelt der SchülerInnen bezogen. So geht es beispielsweise um Freundschaft, Familie,  Liebe und Glück, oder  um aktuelle Herausforderungen im Umfeld von Medien, Technik, Konsum, Umwelt und Globalisierung. Zudem werden die Wert- und Moralvorstellungen unterschiedlicher Kulturen, Religionen und Weltanschauungen reflektiert. Das Fach „Allgemeine Ethik“ bietet dazu fachwissenschaftliche und historische Einblicke, die helfen die eigene Perspektive zu hinterfragen.

 

In einem jahrgangsübergreifenden Konzept lernen die SchülerInnen ihre Lebenswelt differenziert wahrzunehmen und zu analysieren, sie werden mit neuen Theorien und Wertvorstellungen konfrontiert, sie können ihre eigenen Vorstellungen argumentativ begründen und setzen neue Lösungsansätze kompetent in verantwortliches Handeln um.

 

Im Dialog werden die individuellen Ansätze gemeinsam argumentativ überprüft. Nach einem intensiven Reflexionsprozess, in dem alle  Meinungen respektvoll gehört und kommentiert werden, kommen die SchülerInnen letztlich zu eigenen begründeten Urteilen,im Idealfall einigen sich die  Argumentierenden auf eine gemeinsame Basis, der alle zustimmen können. Der Dialog setzt dabei dort an, wo das Zusammenleben oder die Herausforderungen problematisch geworden sind, wo sich beispielsweise eine multikulturelle Gesellschaft mit Respekt und Toleranz über die Akzeptanz gemeinsamer Werte wie Freiheit, Gleichheit und die Achtung der Menschenwürde verständigt hat oder sich noch verständigen muss.

 

So entwickeln sich die Schüler:innen zu selbstbestimmten Persönlichkeiten, die miteinander aushandeln, wie sie zusammen leben wollen.

 

Detaillierte Angaben zu Themengebieten in den einzelnen Jahrgangstufen 5-12 finden sich in den Lehrplänen für das Fach „Allgemeine Ethik“:

 

https://www.saarland.de/mbk/DE/portale/bildungsserver/themen/unterricht-und bildungsthemen/lehrplaenehandreichungen/lehrplaeneallgemeinbildende/Gymnasium/Gymnasien_node.html

 

Die Teilnahme am Fach "Allgemeine Ethik" ist für alle SchülerInnen, unabhängig davon, welcher Religion sie angehören oder ob sie konfessionslos sind, ab Klassenstufe 5 möglich. Da das Fach den rechtlichen Status eines Ersatzfaches für den Religionsunterricht besitzt, ist eine gleichzeitige Teilnahme am Religionsunterricht leider nicht möglich. Wenn die Eltern einer Teilnahme am Ethik-Unterricht zustimmen, muss bei der Anmeldung an der Schule ein Formular zu Abmeldung vom Religionsunterricht ausgefüllt werden. Ein Wechsel zu Ethik ist in jeder Klassenstufe und jeweils zum neuen Schuljahr möglich. Einen Antrag zur Abmeldung vom Religionsunterricht erhalten die SchülerInnen bei ihren jeweiligen KlassenlehrerInnen. Eine Zustimmung des Wechsels durch die ReligionslehrerInnen ist nicht notwendig. Ebenso ist es aber auch möglich, vom Ethikunterricht in den Religionsunterricht nach dem selben Verfahren zu wechseln.

 

Anregungen und Spiele für Schüler*innen, die Interesse an Ethik ab Klassenstufe 5 haben

 

Gedankenspiel 1:  Blaue Schokolade

Schon der Verzehr von einem kleinen Stückchen dieser blauen Schokolade führt dazu, dass du jedem sofort schonungslos die Wahrheit ins Gesicht sagt.    

Würdest du davon essen?

 

(Quelle: http://www.wittschier.de/17%20Blaue%20Schokolade.pdf)

 

Gedankenspiel 2: Das Geheimversteck

 

Jan und Erik sind die besten Freunde. Eines Tages verrät Jan Erik, dass er eine Höhle im Park gebaut hat, in der er eine Kiste mit Spielsachen und Heften versteckt hält. Jan sagt, dass er nach der Schule zur Höhle gehen wird, um dort allein zu spielen. Erik darf aber keinem davon erzählen. Erik verspricht Jan, dass er das grosse Geheimnis bei sich behalten wird. Nach der Schule trifft Erik auf die Eltern von Jan, die ihren Sohn mit dem Auto von der Schule abholen wollten. Sie sind besorgt und fragen Erik, wo Jan ist, denn sie wollten vor einer Stunde mit ihm zur Großmutter fahren.    

Was würdest du tun?

 

(Quelle: Lickona, Thomas (1989). Wie man gute Kinder erzieht! Die moralische Entwicklung des Kindes von der Geburt bis zum Jugendalter und was Sie dazu beitragen können, München: Kindt.)

 

Gedankenspiel 3: Paulas Problem

 

Diese Geschichte erzählt von Paula. Paula ist acht Jahre alt und klettert sehr gerne auf Bäume. Sie ist sogar die beste Kletterin in der Nachbarschaft. Eines Tages fällt sie von einem Baum , verletzt sich aber nicht. Ihr Vater sieht den Sturz. Er ist besorgt und sagt ihr, sie solle ihm versprechen, nicht mehr auf Bäume zu klettern. Paula verspricht es und beide geben sich die Hand.

Am gleichen Tag trifft Paula ihre Freundin Anna und andere Freunde. Annas süsses Kätzchen sitzt auf einem Baum und kommt nicht mehr alleine herunter. Es muss sofort etwas getan werden, denn sonst könnte das Kätzchen vom Baum fallen. Da Paula die beste Kletterin ist, fragen die Kinder sie, ob sie auf den Baum klettern könnte, um das Kätzchen zu retten. Doch Paula erinnert sich an das Versprechen, das sie ihrem Vater gegeben hat.    

Was soll Paula tun?

 

(Quelle:https://www.lernvisionen.ch/kursunterlagen/downloads/dilemmageschichten-sammlung.pdf)

 

Gedankenspiel 4: Die Lisdorfer-Lüge

 

Ein Mann aus Lisdorf sagt:  „Alle Lisdorfer lügen“.

Sagt der Mann die Wahrheit?

 

 

Gedankenspiel 5: Das Robin Hood-Dilemma

(Ein Dilemma ist eine Zwickmühle für dein Gewissen)

 

Du wirst Zeuge eines Banküberfalls. Du verfolgst den Bankräuber unauffällig und siehst, wo er wohnt. Weil du ihn eine Weile beschattest, findest du auch heraus, dass er seine Beute nicht für sich selbst behält, sondern zu einem Kinderheim bringt. Deine Nachforschungen zeigen, dass diesem Heim zuvor nur sehr knappe Mittel zur Verfügung standen und die Kinder oft hungern mussten. Mit der Beute des Bankräubers kann die Heimleitung endlich genug Essen einkaufen. Du weisst, dass das Kinderheim das gespendete Geld zurückgeben muss, wenn du den Bankräuber der Polizei meldest.     

Was tust du?

 

(Quelle: https://www.watson.ch/wissen/auto/507461010-diese-7-moralischen-dilemmata-werden-dein-hirn-martern-und-dein-gewissen)

 

Spiel 1: John Lockes Neugier-Spiel

 

Der berühmte Philosoph John Locke hat sich folgendes Spiel ausgedacht: Ihr sammelt in einer Box oder Tasche die verschiedensten Gegenstände. Ein Kind darf blind einen Gegenstand aus der Box oder Tasche „ziehen“ und sich eine „Warum“-Frage zu dem Gegenstand ausdenken. Die anderen Kinder versuchen, die Frage zu beantworten. Wenn auf eine Frage niemand eine Antwort findet, wird diese Frage aufgeschrieben und in einem selbstgestalteten Fragekasten aufbewahrt. (Dieser Fragekasten kann später im Unterricht verwendet werden.)

 

 

Spiel 2: Fragen-Werfen

 

Für dieses Spiel benötigt ihr mehrere Teilnehmer*innen und einen kleinen Ball (und viele Fragen).

 

Setzt euch in einen Kreis. Eine*r von euch wirft den Tennisball zu einem anderen Kind. Dieses Kind nennt ein Wort, das Fragen „aufwirft“, z.B.: Mensch, Himmel, Weltall, Zeit, Zahlen, Wissen … Der Ball wird anschließend weitergeworfen. Das Kind, welches den Ball auffängt, stellt nun eine Frage, in der das genannte Wort vorkommen muss, z. B.: Wie ist der Mensch entstanden? Was unterscheidet Menschen von Tieren? Ist ein Mensch mehr wert als ein Tier? Danach wird der Ball erneut weitergeworfen. Das Kind, das den Ball fängt, muss versuchen, die Frage zu beantworten. Anschließend beginnt das Spiel wieder von vorn.

Ihr könnt dieses Spiel auch mit einem Wollknäuel oder einer Paketschnur spielen. Dabei wird der Faden bzw. die Schnur weitergereicht. Ihr spielt solange, bis alle Teilnehmer*innen den Faden / die Schnur halten und ein „Fragenetz“ bilden.

Tipp: Ihr könnt im Voraus eine Wortsammlung anlegen.

 

 

Spiel 3: Der philosophische Fragewürfel

 

Für dieses Spiel braucht ihr mindestens zwei Teilnehmer*innen. Außerdem wird benötigt: Stifte, Tonpapier, Schere, Bastelanleitung für den Würfel.

Auf die sechs Seiten des Würfels notiert ihr sechs W-Fragewörter: Was…? Warum…? Weshalb…? Wozu…? Wohin…? Woher…? (Ein Fragewort pro Seite!) Legt nun verschiedene Themen fest, die ihr spannend findet und über die man im Ethik- und Philosophieunterricht spricht, z.B.: Freundschaft, Familie, Natur und Umwelt, Liebe, Regeln und Gesetze, Fantasie und Wirklichkeit, …

Nun kann das Würfeln losgehen. Eine*r beginnt und nennt das gewürfelte Fragewort. Mit diesem Fragewort werden verschiedene Fragen zu eurem ausgewählten Thema gestellt. Jede*r darf sich dann eine Frage aussuchen, die er oder sie beantworten möchte.

 

(Spiele nach Ideen von Barbara Brüning - http://www.bruening-hamburg.de)

 

Bastelanleitung: