


















Abschlussbericht Intercambio IES Aguadulce-SGS Saarlouis
5. November 2025 bis 10. November 2025
Miércoles
Bereits um 4 Uhr trafen wir uns am Flughafen Luxemburg, von wo aus unser Flieger nach Málaga um 6 Uhr startete. In Málaga angekommen suchten wir unseren Bus, der uns dann nach Aguadulce brachte.
Wir konnten einen kurzen Zwischenstopp in Nerja einlegen, wo wir unmittelbar bei den Höhlen von Nerja noch die Gelegenheit nutzen konnten und einen Spaziergang durch den botanischen Garten unternehmen konnten.
Auf dem weiteren Weg bekamen wir schon einen ersten Eindruck von dem „mar de plástico“, also den Gewächshäusern in der Gegen Rund um Almería, welches ja das Thema unseres diesjährigen Thema Austauschs war. Jeder von uns bekam einen Fragenkatalog rund um das Thema „Mar de Plástico“ mit Beobachtungsaufträgen, Rechercheaufträgen, Interviewfragen etc.
Zunächst sahen wir nur wenige Gewächshäuser, bald jedoch verstanden wir, weshalb die Gewächshäuser als „Meer aus Plastik“ bezeichnet werden. Egal wohin man auch schaute, überall waren Gewächshäuser zu sehen. Es scheint, als werde jeder Quadratmeter ausgenutzt, um Gewächshäuser zu installieren. Ebenso fielen uns die Brunnen auf, die oft in der Nähe der Gewächshäuser zu sehen waren.
In Aguadulce angekommen, wurden wir von einer Lehrerin abgeholt und in die Schule begleitet. Dort erwartete uns schon die Gruppe der Austauschschüler und die Schulleitung sowie das Lehrerteam, das uns während des Austauschs betreute.
Nach einer netten Begrüßung wurde uns zunächst das Schulgebäude gezeigt. Wir hatten auch nochmal die Gelegenheit, mit unseren Austauschpartnern durch die Schule zu gehen und die ersten Gespräche bzgl. der Schule und des Schulsystems zu führen. Manches war ähnlich wie bei uns, anderes (z.B. der Einlass in die Schule und die Überwachungssysteme) aber auch ganz anders. So wurde uns zum Beispiel erklärt, dass die Schule auch als Art Berufsschule für bestimmte Ausbildungsberufe fungiert und die einzige „Distanzschule“ für Informatik in ganz Andalusien ist.
Nachdem wir einen ersten Eindruck von unserer Austauschschule gewinnen konnten, machte eine andere Lehrerin eine kleine Führung durch den Ort. Sehr müde nach der langen Anreise machten wir uns mit unseren Austauschpartnern auf den Weg nach Hause.
Jueves
Nach dem Frühstück gingen wir zur Schule, unserem Treffpunkt für unsere Busfahrt nach Almería.
Bei der Fahrt nach Almería begegneten uns wieder viele Gewächshäuser. Mittlerweile haben wir in Gesprächen mit den Austauschschülern und deren Familien erfahren, dass vor allem Paprika, Tomaten, Gurken und Zucchini in den Gewächshäusern rund um Almería angebaut werden. Im Frühling/Sommer werden ebenso Erdbeeren angebaut. In den Gewächshäusern in Richtung Málaga werden auch tropische Früchte (wie z.B. Mangos) angebaut.
Dieses Obst und Gemüse ist für Spanien und aber auch den gesamten europäischen Markt bestimmt.
In Almería haben wir dann die Alcazaba, eine arabische Festung, besichtigt. Auch hier war das Thema Obst- und Gemüseanbau sowie die Wasserversorgung ein Thema, da viel Wissen rund um das Thema Bewässerung und Anbau von den nordafrikanischen Mauren nach Andalusien gebracht wurde. Wir konnten zum Beispiel einen Aljibe, einen Wasserspeicher besichtigen. Solche „Zisternen“ gibt es nach Auskunft unserer Austauschpartner noch heute in Andalusien.
Das zweite Ziel an diesem Tag, war die Stadt Almería näher kennenzulernen, weshalb wir paarweise eine von den spanischen Lehrern organisierte Stadtrallye machten.
Wir mussten mit unseren Austauschpartnern Sehenswürdigkeiten aufsuchen, konnten Fragen dazu stellen haben und vor diesen Sehenswürdigkeiten als „Beweis“ Fotos gemacht haben. Aus diesen Fotos stellten wir später eine Collage zusammen. Kriterien bei der Bewertung waren: Anzahl der besuchten Orte, Kreativität, Originalität, Qualität.
Viernes
Am 7.11.2025 unternahmen wir einen Ausflug nach Granada. Hier war das Thema Gewächshäuser während der Fahrt wieder schnell präsent:
Während der Fahrt nach Granada fuhren wir an mehreren „embalses“ (Stauseen) vorbei, die zur Wasserversorgung der Bevölkerung dienen. Dass Wasser in Andalusien ein sehr kostbares Gut ist, spiegelt sich auch in der Rolle des Wassers in der maurischen Kultur wieder. Die Alhambra ist durchzogen von kleinen Wasserläufen, Brunnen etc. Dies hat natürlich mit der Symbolik des Wassers zu tun, aber die Mauren wussten auch sehr effizient mit Wasser umzugehen. So entwickelten die Mauren zum Beispiel sehr effiziente Bewässerungssysteme für die Gärten. So konnte das kostbare Gut Wasser gut genutzt werden.
Nun stellte sich also die Frage, warum ausgerechnet im sehr heißen und trockenen Andalusien so viel Landwirtschaft betrieben wird - ein Sektor, der sehr wasserintensiv ist. Durch Recherche und Gespräche erfuhren wir, dass die Gewächshäuser einen großen Vorteil bieten, da es so keinen natürlichen Wasserkreislauf gibt und das Wasser nicht das verdunstet, sondern zum Großteil im Gewächshaus bleibt. Ebenso wird die Sonneneinstrahlung durch den Anbau in den Gewächshäusern reduziert.
Zur Bewässerung werden Brunnen gebohrt (siehe Karte), was natürlich dahingehend problematisch ist, als das der Grundwasserspiegel so immer weiter absinkt. Ebenso gibt es Meerwasserentsalzungsanlagen, die der Süßwassergewinnung dienen (siehe Karte).
Neben der Beantwortung der Fragen zum „Mar de plástico“ während der mehrstündigen Hin- und Rückfahrt besichtigten wir auch die berühmte Alhambra mit ihren beeindruckenden Palästen und die Festung (Alcazaba). Besonders beeindruckend waren die kunstvollen Verzierungen, die schönen Innenhöfe und die Aussicht über die Stadt. Wir haben viel über die Geschichte der Alhambra und die Zeit der Mauren in Spanien gelernt.
Einen besonderen Blick auf die Alhambra hatten wir auch durch eine besondere Aktivität, die die spanischen Lehrer vorbereitet hatten. Wir hatten die Aufgabe in der Alhambra auf Symmetrien zu achten, da die Alhambra nach Aussage der Lehrer eines der wenigen Gebäude weltweit ist, in der alle Arten von Symmetrien in der Fülle vorkamen. Nun, da unsere Aufmerksamkeit einmal auf das Thema gelenkt wurde, fanden wir unzählige Symmetrien: in der Anlage der Gärten, in den Wanddekoren, in der Gestaltung der Gebäude, in der Art, wie die Steine verlegt wurden etc…
Nach dem Besuch der Alhambra hatten wir etwas Freizeit in der Stadt Granada.
Insgesamt war es ein sehr schöner und interessanter Tag, an dem wir viel gesehen und erlebt haben.
Wir danken dem Erasmus-Plus Projekt dafür, dass solche Austausche angeboten und unterstützt werden.
Sábado
Nach dem Morgen in der Familie haben wir uns um 12 Uhr am Strand getroffen und jede Familie hat typisch spanisches Essen mitgebracht.
Im Gespräch mit den Eltern und Familien ging es auch um das Mar de plástico. Einige Familienmitglieder und Bekannte unserer Austauschpartner besitzen Gewächshäuser oder arbeiten in der Branche Wir erfuhren, dass die Gewächshäuser als Passive-Greenhouses bezeichnet werden, im Gegensatz zu Active-Greenhouses. Der Unterschied ist, dass die Passive-Greenhouses nicht beheizt werden. Ebenso erfuhren wir, dass der Obst- und Gemüseanbau in den Gewächshäusern sehr gut kontrolliert wird. Der Grund für die hohe Qualität der in Almería angebauten Obst- und Gemüsesorten ist u.a., dass in den Gewächshäusern eine natürliche Schädlingsbekämpfung praktiziert wird, d.h. es werden entsprechende Insekten in die Gewächshäuser eingebracht, die dann die Schädlinge fressen.
Domingo
Den Sonntag verbrachten wir mit den Familien.
Lunes
Heute haben wir uns um 8 Uhr an der Schule getroffen, das hieß für alle SchülerInnen früh aufstehen. Nachdem das Gepäck in der Schule verstaut war, wurden wir die Abschlusspräsentationen zu verschwenden Themen Rund um Aguadulce und Almería in Gruppen aufgeteilt. Natürlich war auch immer wieder das „Már de plástico“ ein Thema. Bei der Erarbeitung wurde darauf geachtet, dass wir mit unseren Austauschpartnern zusammen waren, um die letzten Stunden zusammen zu genießen.
Danach hatten wir eine zweite Arbeitsphase, in der wir die Fragen zum „Mar de Plástico“ noch einmal mit Unterstützung unserer Austauschpartner durchgingen, recherchieren konnten und Vorbereitungen für die Ausstellung in der Schule trafen.
Landwirtschaft ist neben dem Tourismus ein wichtiger Pfeiler der hiesigen Wirtschaft. Neben der eigentlichen Landwirtschaft sind viele weitere Branchen eng mit dem Obst- und Gemüseanbau verbunden. Eine Besonderheit ist, dass die Gewächshäuser in der Regel Familien gehören und nicht großen Firmen. Dennoch ist das Mar de plástico das größte Anbaugebiet dieser Art in Europa. Während unseres Aufenthalts wurde in der Lokalzeitung berichtet, dass es nun ein größeres Anbaugebiet in China gibt - vorher war das Mar de plástico rund um Almería sogar das größte Anbaugebiet dieser Art weltweit.
In der Schule bereiteten wir also die Ausstellung zum Mar de Plástico in unserer Schule in Saarlouis vor und informierten uns weiter zu dem Thema und analysierten Vor- und Nachteile, die der Obst- und Gemüseanbau in den Gewächshäusern rund um Almería mit sich bringt.
So erfuhren wir noch, dass das Mar de plástico sogar aus dem Weltall zu sehen ist und dazu führte, dass die Temperatur rund um Almería im Durchschnitt nicht so stark anstieg wie in der Umgebung- Grund ist, dass die Sonnenstrahlen durch die Plastikdächer reflektiert werden.
Nach einem leckeren (letzten) gemeinsamen Frühstück, mit leckeren „bocadillos“ und Gebäcken, durfte jede Gruppe präsentieren. Die anschließende Verabschiedung fiel uns allen schwer.
Unser Busfahrer, der uns wieder nach Málaga fuhr, erzählte uns, dass er früher die Lastwagen mit Obst und Gemüse nach Deutschland und Nordeuropa fuhr.
Uns wunderte beim Preisvergleich in den Supermärkten, dass die Preise trotz der weiten Strecke, die die Waren zurücklegen müssen, in Deutschland und Spanien quasi identisch sind. Hier scheint die große Nachfrage der Handelsketten ausschlaggebend zu sein.
Wenn wir nun Almería auf den Etiketten der Tomaten, Gurken oder Paprika lesen, haben wir eine Idee davon, welche Strecke das Gemüse zurückgelegt hat, gleichzeitig ist uns klar, dass die große Nachfrage aus Europa auch das Angebot mit bedingt und das Mar de plástico dafür sorgt, dass wir frisches Gemüse zu erschwinglichen Preisen kaufen können.
Zurück in Deutschland achteten wir besonders darauf, aus welchen Anbaugebieten das Obst und Gemüse kommt und stellen fest, dass wirklich ein Großteil dieser Produkte aus der Gegend rund um Almería kommt. Wir sammelten für unsere Ausstellung noch einige Etiketten, um die Schülerinnen und Schüler unserer Schule ebenfalls darauf aufmerksam zu mache und insgesamt über das Thema „mar de plástico“ zu informieren.
Wir sehnen uns schon nach dem nächsten Frühjahr, da wir dann die Ehre haben, die SpanierInnen in Deutschland begrüßen zu dürfen.
¡Hasta luego, mar de plástico!:-)
¡Hasta luego, Aguadulce!
Reinert-Labouvie/Teilnehmer/-innen