SGS-Nachrichten

Gedenkveranstaltung am 27. Januar 2026 der Stufe 11

04/25/2026

 

 

Am 27. Januar 2026 lud der Leistungskurs Geschichte der Klasse 11 die Mitschülerinnen und Mitschüler ein, gemeinsam den Holocaust-Gedenktag zu begehen. 

 

Mit Zitaten von Esther Bejarano und weiteren Überlebenden der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten stimmten die SchülerInnen in das Thema ein. Die vielen Namen der aus dem Saarland deportierten Juden wurden verlesen. Das Gehörte hatte seine Auswirkungen auf das Angebot, einen Stein zu gestalten. Dieses Angebot wurde zahlreich angenommen. 

Gemeinsam zogen die Schülerinnen und Schüler vom Gymnasium zum ehemaligen Schlachthof, dem Ort, von dem viele der deportierten Juden abtransportiert wurden. 

 

In seiner Rede dort forderte Felix G. seine Mitschülerinnen und Mitschüler dazu auf, nicht wegzusehen. Einigkeit bestand darin, dass Toleranz, Offenheit und der Einsatz für die Demokratie die Aufgabe von jeder Schülerin und jedem Schüler sein muss. 

Im Rahmen einer weiteren Veranstaltung im Juni werden alle Schülerinnen und Schüler der Geschichtskurse der Stufe 11 die gestalteten Gedenksteine auf den jüdischen Friedhof in Saarlouis bringen und dort den Opfern der Terrorherrschaft erneut gedenken. 

 

Die Rede von Felix G. zum Nachlesen:

 

„Sehr geehrte LehrerInnen, liebe MitschülerInnen der Klassenstufe 11,


"Ihr tragt keine Schuld für das, was passiert ist, aber ihr macht euch schuldig, wenn es euch nicht interessiert.“ Dieses Zitat von Esther Bejarano, einer Holocaust-Überlebenden, welche sich noch bis zu ihrem Tod stark für das Erinnern an den Holocaust eingesetzt hat, werden viele von euch kennen.
Stellvertretend für die Schulgemeinschaft und besonders der Klassenstufe 11 möchte ich ausdrücken, dass sich diese Schule laut und deutlich für das Erinnern einsetzt.

Während unserer Recherchen für diesen Gedenktag sind wir natürlich auch über die vielen Namen von Jüdinnen und Juden gestolpert, welche aus dem Saarland deportiert wurden.

Unser Augenmerk fiel hierbei als Jugendliche natürlich besonders auf die vielen jungen Erwachsenen, deren Leben genauso wie die derer, die heute hier stehen, zu dieser Zeit erst richtig angefangen haben. 

Die Person, die mir besonders in Erinnerung geblieben war, war Ilse Reinheimer. Geboren am 11. Februar 1922, war sie gerade mal 19 Jahre alt, als sie am 22. Oktober 1940 deportiert wurde und 21 Jahre alt, als sie in Auschwitz am 11. September 1942 von den Nationalsozialisten ermordet wurde.
Sie hatte Eltern, Aloysi und Eduard Reinheimer, wobei der Vater als Unternehmer in Sankt Wendel tätig war. Ilse war Einzelkind, dennoch hatte sie sowohl von mütterlicher als auch von väterlicher Seite viele Onkel und Tanten.

Ob Ilse mit ihrer Familie gut zurecht kam, das wissen wir nicht. Ob sie ein Familienmensch war, wissen wir auch nicht. Durch die Nationalsozialisten hatte Ilse nie die Möglichkeit, zu heiraten. Wir wissen sonst nicht mehr über Ilse. Wir wissen nichts von ihren Träumen, ihren Hoffnungen, ihren Wünschen und ihren Interessen. Wir wissen nichts von ihrem Mensch sein, außer ihrem Namen, ihr Alter, ihre Eltern und ihrem Stammbaum. 
Sie musste einen würdelosen Tod in einem Konzentrationslager sterben, weil erst viel zu spät gegen das Handeln der Nationalsozialisten vorgegangen wurde. Weil nur wenige Ausnahmen sich für diese Leben einsetzten. 

„Wir sehen ja, was sich in Deutschland tut, wie viele Nazis wir wieder haben. AfD, NPD oder „Pegida“. Die wollen keine Demokratie. Ich weiß nicht, was werden soll, wenn es noch mehr werden, die so eine menschenverachtende Ideologie haben. Ich weiß nur, was ich gesehen habe. Und ich weiß, was dann kommen wird.“ Das sagte Esther Bejarano der Tagesschau.

Deswegen sagen wir: Keine Vergessen!“ 

 

 

Paulus-Dres und

Geschichte LK 11 SGS 2025/26