"Oma,
das kann doch wohl nicht dein Ernst sein! Bist du schon wieder so spät
nach Hause gekommen?", beschwert sich Schülerin Anne-Sophie Salz bei
ihrer Film-Oma Ilse Maurer in dem Video, das den Wettbewerb
"Leben im Saarland 2030 - wir werden weniger, älter und bunter" des
Gesundheitsministeriums gewonnen hat. Der Film stellt die Rolle von
Jugendlichen und Senioren überzeugend und amüsant auf den Kopf - Die
Oma will nicht aufstehen, weil sie gerne mit ihren Freundinnen die
Nacht zum Tag macht, und spielt lieber Computerspiele, als der Enkelin
etwas zu essen zu machen. Richtig gut wird der Film, wenn die älteren
Damen das Mädchen dann sogar noch zum Pizza-Service schicken.
Ausgedacht haben sich diese Idee sechs Mädchen aus der Jahrgangsstufe
11 des Saarlouiser Gymnasiums am Stadtgarten: Giulia Cancian, Yukiko
Morguet, Roxane Ruffing, Anne-Sophie Salz, Milena Spieß und Aline
Wilhelm konzipierten zuerst ein richtiges Drehbuch, das dann mit Hilfe
der älteren Schauspielerinnen Ilse Maurer, Frau Ruppental und Frau
Spieß vom Seniorenclub "Club 66" in Saarlouis umgesetzt wurde. Dafür
bekamen Sie bei der Preisverleihung von den Staatssekretären Pini
(Ministerium für Gesundheit und Verbraucherschutz) und Körner
(Ministerium für Bildung) den ersten Preis im Wert von 500
Euro mit einer Urkunde überreicht. Die Seniorinnen waren
ebenfalls dabei, als der Film vor Publikum im
Gesundheitsministerium in Saarbrücken präsentiert wurde.
Auch der 2. und drei weitere Preise des Wettbewerbs gingen an das
Stadtgartengymnasium: Anna Bettenfeld, Linna Jiang, Kathrin Thernes und
Selina Pira zeigten in ihrem Film, dass man im Alter sehr wohl
attraktiv und sportlich sein kann und dass Liebe jung hält. Als
Schauspieler standen Roselie Rogosch, Gerd Kranich und weitere Senioren
in der Rolle als Fotomodel, Liebespaar und Angeklagte im Gericht vor
der Kamera. Für den Videofilm hatten die Jugendlichen einen Raum im
Amtsgericht zur Verfügung gestellt bekommen. In weiteren Filmen
erschrecken die Senioren an Halloween ihre Nachbarn, bekommen mit 60
nochmal Kinder oder sehnen sich danach, wie Kia Kirchen in dem Film
"Von wegen ewige Jugend", endlich Falten für das neue Schönheitsideal
zu bekommen.
Die witzigen Filme stehen jedoch vor dem ernsten Hintergrund des
anstehenden demografischen Wandels, wie die Staatssekretäre Sebastian
Pini und Stephan Körner bei der Ansprache zum Wettbewerb erklärten.
Zweck des Wettbewerbs war es, die Oberstufenschüler mit dem Thema
vertraut zu machen und sie aufzuklären. Pini: "Nur wenn sie die
Herausforderungen, aber auch die großen Chancen einer alternden
Gesellschaft kennen, können sie die Weichen in die richtige Richtung
stellen."
Die Produktion von Filmen in Mehrgenerationenprojekten hatte
Seminarfachlehrer Christian Korne angeregt, der über sein Projekt
"Lebensentwürfe" am Stadgartengymnasium die Kontakte zu den älteren
Leuten herstellte und im Unterricht die Erstellung von Drehbüchern und
den Umgang mit der Schneidesoftware am Computer einübte. "Die Schüler
sind sehr engagiert an die Arbeit gegangen", erzählt Korne begeistert.
"Sie haben sich an mehrere Seniorenvereine gewendet und sogar an die
Altenheime in Saarlouis. Eine Gruppe hat 25 Schauspieler für einen Bus
zusammenbekommen, den die KVS in Saarlouis ihnen kostenlos zur
Verfügung gestellt hat. Alle Gruppen haben sich sehr viel Mühe gemacht
und ich bin beeindruckt von den Leistungen, die sie erbracht haben."
Mit insgesamt 10 Filmen hatten die 16-17Jährigen an dem Wettbewerb
teilgenommen. Die Filme können auf der Webseite der Schule unter
"www.sgs-saar.de" angeschaut werden. Dort gibt es auch weitere
Informationen über die Mehrgenerationenarbeit des Saarlouiser
Gymnasiums am Stadtgarten.
C.
Korne
Hier einige Bilder der Preisverleihung vom 19. Dezember 2011

2. Preis

1. Preis
Staatssekretäre Pini und Körner zeichnen Preisträger des Foto- und Videowettbewerbs „Leben im Saarland 2030“ aus Pressemitteilung des Gesundheitsministeriums vom 19.12.2011 - 12:00 Uhr
Gesundheits-Staatssekretär
Sebastian Pini und Bildungs-Staatssekretär Stephan Körner haben heute
die Gewinner des Foto- und Videowettbewerbs „Leben im Saarland 2030“
ausgezeichnet. Der Wettbewerb richtete sich an Schülerinnen und Schüler
der Oberstufe, die ihre persönlichen Vorstellungen zum Thema „Leben im
Saarland 2030 – Wir werden weniger, älter und bunter“ im Video
darstellen bzw. als Foto digital einreichen konnten.
„Wir freuen
uns sehr über die rege Teilnahme“, bilanziert
Gesundheits-Staatssekretär Sebastian Pini. Insgesamt 92 Schülerinnen
und Schüler haben 43 Beiträge eingereicht. 20 der eingereichten
Beiträge haben einen Preis erhalten. Pini: „Dabei gab es eine große
Bandbreite an Ideen und Herangehensweisen. Mich freut, mich welcher
Kreativität und Ideenvielfalt die jungen Menschen ans Werk gegangen
sind. Dies ist ein Beitrag, sich den Prozessen des Demographischen
Wandels bewusst zu werden und sie gestaltend anzugehen. Denn: Die
Schüler von heute sind die Entscheider von morgen. Nur wenn sie die
Herausforderungen, aber auch die großen Chancen einer alternden
Gesellschaft kennen, können sie die Weichen in die richtige Richtung
stellen.“ Studien zeigen, dass rund einem Drittel der jungen
Erwachsenen nicht bekannt ist, dass sich Deutschland in einem Prozess
des Demographischen Wandels befindet.
Wie leben Jung und Alt
künftig nebeneinander? Wie muss sich das Umfeld dafür verändern? Und
was bedeutet das für das eigene Leben? Dies waren nur einige Fragen,
denen die Schülerinnen und Schüler mit ihren Foto- und Video-Beiträgen
auf den Grund gegangen sind.
Bildungs-Staatssekretär Stephan
Körner: „Die Teilnehmer wurden durch diesen Wettbewerb angeregt,
darüber nachzudenken, wo sie in knapp 20 Jahren stehen wollen und
welches gesellschaftliche Umfeld sie sich wünschen. Viele können heute
schon in der nahen Umgebung die Auswirkungen der demographischen
Prozesse hautnah miterleben. Das Altern unserer Gesellschaft wird deren
Zukunft wesentlich mitbestimmen. Deswegen ist es wichtig, dass sie sich
möglichst früh mit dem Thema auseinandersetzen.“
Alle
Informationen zum Wettbewerb sowie zu anderen Themen rund um den
Demographischen Wandel gibt es unter www.demographie.saarland.de